Leitartikel 2008
Wachstum, meine Damen und Herren, zeichnen erneut die
drei Arbeitsbereiche Sprachkurse, Mediothek, und
Kulturprogramme aus.
In unseren Deutschkursen haben wir einen erfreulichen
Anstieg der Kursteilnehmer von 180 im Jahr 2003 auf 900
im Jahr 2008 zu verzeichnen. Die Besucher bei den
Kulturprogrammen haben ebenso nochmals um 50% zugelegt
und liegen 2008 erstmals oberhalb der 10.000er Grenze,
bei mehr als 12000.
Es geht uns darum, unserer Zielgruppe junger
jemenitischer Studierender ein klares, aktuelles
Deutschlandbild zu vermitteln, da man feststellte, dass
die meisten Jemeniten wenig über die Alltagsrealitنt in
Deutschland wissen: man hat vom wirtschaftlichen
Wachstum in Deutschland gehِrt, von der ausgezeichneten
Technik, von guten Ingenieuren, aber eine der
Hauptassoziationen zu Deutschland liegt nach wie vor in
der besonderen Nنhe zum 3. Reich. Dieser schockierenden
steht die positive Nachricht gegenüber, dass Deutschland
per se nicht als feindliches westliches Land, sondern
als wichtiger entwicklungs- und bildungspolitischer
Bündnispartner gesehen wird.
So folgt das Deutsche Haus mit seinem Bibliothekskonzept
„Dialogpunkt Deutsch“ seit 2004 dem Goethe-Institut, wo
mit einem ansprechenden Angebot aus den Gebieten
Belletristik und Sachbuch, Kinderbüchern und
arabischsprachiger ـbersetzungsliteratur Brücken
geschlagen und Anknüpfungsmِglichkeiten an
internationale Diskurse ermِglicht werden – auch im
Internet-Bereich, der als Oase der Ruhe insbesondere
Besucherinnen eine angenehme Arbeitsatmosphنre bietet.
Sprachlernangebot und Dialogpunkt werden vom
Kulturprogramm ergنnzt. Die Kulturarbeit des Deutschen
Hauses konzentriert sich auf Veranstaltungen wie
wissenschaftliche Vortrنge, Filmvorführungen (auch
Dokumentarfilme aus dem Jemen). Und besonders die
Bereiche Musik – sowohl klassisch mit Mozart und
Beethoven und modern mit HipHop und Jazz – und Kunst
eignen sich exzellent für den Genuك über kulturelle und
sprachliche Schranken hinweg.
Im Jemen als einem Land mit einem vergleichsweise
kleinen Angebot an ِffentlichen kulturellen
Veranstaltungen ziehen diese Veranstaltungen
Einzelpersonen jeden Alters wie auch ganze Familien
nicht nur aus der Kulturwelt an. Das größte
Flagschiff-Projekt 2008 war das Gemeinschaftsprojekt mit
dem "Advisory Service on Crisis Prevention and Conflict
Transformation" (CPAS) der GTZ und der Europäischen
Union (EU Sanaa), und vor allem der jemenitischen
Theatergruppe "22.Mai" zu "Nathan, der Weise", gefolgt
von der IfA-Ausstellung "Die ganze Stadt" (www.ifa.de)
mit Fotographie-Workshop.
Das Goethe-Institut hat für personellen Stellenaufwuchs
am Deutschen Haus gesorgt. Mit personeller Verstنrkung
kann so eine Zweigstelle des Deutschen Hauses in Aden
aufgebaut werden, wo derzeit der Dialogpunkt Deutsch
Aden in Zusammenarbeit mit dem entsandten Kulturmanager
der Robert-Bosch-Stiftung und ein zweites, auf Aden
abgestimmtes Sprachlernzentrum mit einer Goethe-Instituts-Sprachexpertin
eingerichtet werden, unterstützt von der Deutschen
Botschaft Sanaa.
Dies finden Sie in unserer neuen Signatur wie in unserer
Bezeichnung nach den Zweigstellen Sanaa und Aden
wiedergegeben.
Besonders durch das Sprachkursangebot, das nahtlos an
internationale Testformate anknüpfen wird, wie auch die
Stipendienberatung des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes DAAD schafft das Deutsche Haus eine
Perspektive für junge Jemeniten, die ihr Studium in
Deutschland aufnehmen mِchten. Das Motto des Deutschen
Hauses heißt weiterhin: jungen Jemeniten ein Heim in
einer globalisierten Welt bieten.
Zuhaus im Deutschen Haus - Al-beit al-almani beitkum !
Mit bestem Gruß !
Guido Zebisch
Leiter
und Projektberater des Goethe-Instituts
Sanaa / Aden
Siehe auch:
DAG-Artikel
www.d-a-g.org / Barbara Schumacher