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Sept. 2005 Autorenlesung mit Patricia Josefine Marchart – Jemand Patricia Josefine Marchart ist eine österreichische Nachwuchsschriftstellerin, die „wie die Jungfrau zum Kind“ an den Jemen kam. Durch den Kontakt zu einer Jugendfreundin kam die Autorin, deren Erstlingswerk „Jemand“ auf der Baseler Buchmesse 2005 Aufmerksamkeit erregte, nach Sanaa, „um sich dem Jemen hinzugeben“. Die Suche nach dem Anderen führte sie dann eines Donnerstags auch ins Deutsche Haus; Details bezüglich der Lesung sollten besprochen werden. Um die Lesung interaktiver als üblich zu gestalten, wurde bereits im Juli ein Übersetzungs-Wettbewerb ausgerufen mit dem dankenswerter Weise bereitgestellten Hauptgewinn eines übertragbaren Gutscheins für einen Platz in den Sprachkursen der Deutschen Botschaft im Wert von US$ 75,-. Eine zehnseitige Auswahl von Texten war zu übersetzen, die beste Version sollte dem deutschen Text eine arabische Version gegenüberstellen. Als Juror fungierte Dr. Hamied al-Iriani. Nicht einfach, bei soviel starkem Tobak: Patricia Marchart bildet Personen ab, die an der gesellschaftlichen Grenze leben, in Situationen geraten, die sie an ihre Grenzen gehen lassen. Wahn und Rausch, in einem ödipalen Sinne pervertierte kalte Berechnung, Verzweiflung, Selbstflucht, Wagemut, Abenteuerlust sind Motive, die Frau Marcharts Werk zeichnen. Lediglich angesichts der in der deutschsprachigen Literaturlandschaft üblichen Offenheit bei der Benennung bestimmter meist intimer Körperteile oder Handlungen wurden Kürzungen bei den zu übersetzenden Vorlagen vorgenommen – mit dem Einverständnis der Autorin, und auch mit einem zwiespältigen Gefühl mit Bezug auf Zensur. Die Lesung selbst dann eine Erleuchtung. Trotz mangelnder Besucherzahlen gerade aus dem studentischen Umfeld waren Lesung und Diskussion mehr als gelungen. Zu Frau Marcharts Freude besonders die arabische Version, die in von der Germanistik-Absolventin und Mitarbeiterin des Deutschen Hauses, Arwa Al-Gawmari, auf arabisch vorgelesen wurde. Auf eine Welt der Abgründe nach dem Ableben eines geliebten Menschen und einem damit verbundenen Identitätsverlust ließen sich die arabischsprachigen Zuhörer ein. Frau Marchart im Gegenzug war sichtlich beeindruckt von der Transportierbarkeit der Worte auch durch einen Schleier schwarzen Polyesters hindurch. Weitere Informationen finden Sie unter: www.jungundjung.at
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