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"Jemen Fassen" - Vorwort des
Herausgebers: Regens erinnert. Anspielungen, wie die der
engen Jeans, die ein recht frivoles, nicht
allgemein mit der Arabischen Halbinsel assoziiertes, unüblich
liberales Bild entstehen lassen
(cf. Muhammad Shaibani). Einzelne Bilder sind dann doch wieder
schwierig zu bewerten,
wie die Schleierfrage (bei Muhammad Muthanna und dem
Rückschluss, der „Moral“).
„Weibliches Schreiben“ gibt sich mit großer Offenheit, Tiefe,
Detailbeobachtung, bis hin
zu Anwandlungen des Wahnsinns. Andererseits schleicht sich bei
einzelnen männlichen
Autoren die eine oder andere, einem „traditionellen“ Rollenbild
gemäß „erotisch“ zu ver-
stehende Spitze ein. Aber ist die Welt, in den Worten des
britisch-pakistanischen Schrift-
stellers Hanif Kureishi nicht ‚...ein Rock, den man lüpfen
wollte...’? Schmunzeln macht
noch dazu der Ausdruck einer gewissen Affinität zu Deutschland,
wenn bei Abdulaziz
al-Maqaleh der Tourist in der Stadt Sanaa ausgerechnet ein
Deutscher ist...
Festhalten ist allerdings noch kein Verorten. Eine eigentliche
Verortung soll anderen
vorbehalten bleiben - irgendwo da zwischen „Neuer
Empfindsamkeit“, „litterature en-
gagée“, traditionalem Erzählen und der Postmoderne ist nur eines
gewiss: der „Erwar-
tungshaltung des westlichen Publikums“ wird hier – wir lehnen
uns an Angelika Neu-
wirth an – nicht entsprochen – dem ‚...Reiz der Exotik mit ihrem
pittoresken Zierrat der
Schleierfrauen - und Palmenhainästhetik (...) und
uneingestandene Sehnsüchte nach der
vorgeblichen Einfachheit und Langsamkeit des orientalischen
Lebens...’. Dass die Aus-
wahl dieses Bandes diesem Einordnungsraster zu widersprechen
bestrebt ist, sollte aus
der Lektüre hervorgehen.
Bei der Übersetzung wurde einer drucktechnisch einfach
handzuhabenden Umschrift
Vorzug gegeben. Stilistische Mittel wurden teils beibehalten,
auch wenn in einzelnen
Gedichten im Deutschen ein gewisses Stakkato mitschwingt; der
einfacheren Lesbarkeit
halber mussten sie an anderer Stelle weichen (so bzgl. der
Zeitenfolge im Arabischen).
In den biographischen Abrissen wurden sämtliche Einzelheiten
bewusst genannt, die im
deutschen Kontext keiner Erwähnung bedürfen. Sie zeigen den für
die jemenitische Welt
nicht ungewöhnlichen, bislang nicht immer linear verlaufenden
formalen Bildungsweg
selbst späterer Staatsmänner auf.
Herzlicher Dank gilt allen an der Fertigstellung dieses Bandes
Beteiligten: insbesondere
dem Übersetzer Jens Winter, dem Graphiker Volker Mantel, der
Botschaft Sanaa, denn
dieses Projekt wurde freundlicher Weise mit Mitteln des
Auswärtigen Amtes unterstützt.
Nicht zuletzt den Autoren selbst für die Bereitstellung ihres
Materials, und wohl dem
„Universum Jemen“ selbst.
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