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Videoworkshop „At the cutting line of making movies"
An der Schnittlinie des Filmemachens - ebenso dank der
Filmemacherin und Filmdozentin Frau Marchart und ihrem Mann Arne. Die Idee ist
simpel: Jemeniten tun nichts lieber, als bei allen möglichen Anlässen wie zum
Beispiel Hochzeiten zu filmen. Warum nicht der Gewohnheit auf die Sprünge helfen
und zu eigenen (erzählerischen oder dokumentarischen) Geschichten animieren? In
einem Crashkurs wurden anhand der mitgeführten professionellen Kamera
Perspektiven und Einstellungen demonstriert, im sehr praktischen Teil
Tontechnik, Abstände und Interview-Basics. Mit dem Plan, Filmpraxis von der Idee
zur Entstehung, Ausformulierung des Plots bis zum Schnitt zu vermitteln, ging
die Hoffnung einher, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Klein-Workshops in
die Lage zu versetzen, kleine und prägnante Filme selbst zu gestalten, sich und
ihre Beobachtungen „in Szene zu setzen“.
Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass im Jemen bislang
von einzelnen mehr -- oder weniger -- beachtenswerten Fernsehspielen nicht ein
einziger Spielfilm gedreht wurde bis zum Jahr 2004 mit Badr Ben Hirsis
(Spielfilm-) Debut „A New Day in Old Sanaa“. Das Deutsche Haus veranstaltete
seinerzeit zum Höhepunkt der Auseinandersetzung mit der Frage, ob man denn das
Alt-Sanaa-Pathos mit einem gemischtgeschlechtlich gedrehten und besetzten Film
entweihen dürfe, eine Ausstellung der Set-Fotographien von Marcos Puig-Abbs.
Wunschvorbilder zur Orientierung im Zusammenhang mit dem Videoworkshop hätten
die an den von Frieder Schlaich und Irene von
Alberti verfilmten Paul Bowles Novellen in der Kompilation „Halbmond“ sein
können (Spielfilmpreis der deutschen Filmkritik 1995): klar gefasste,
strukturiert erzählte Geschichten aus Hinterhöfen, prägnant ohne
Sensationscharakter, mit Leid wie Freud.
Die eigentlichen Ergebnisse blieben
aber selbstverständlich der Workshopleiterin und den Teilnehmern und
Teilnehmerinnen (Frauenanteil 50% !) des Kleinst-Workshops vorbehalten. Die
Spannung im Bibliothekszimmer stand im Raum – ein ganzes Wochenende lang.
Besonders bei den Freiluft-Übungen wurde ihnen deutlich, welch subversives
Potential sie da in den Fingern halten: die nicht gern gesehene Kamera im
öffentlichen Raum. Besonders die Alltagsszenen, die das ganz normale Leben in
ganz unscheinbaren Vierteln hätten zeigen können, wo Geschichten und Plots „auf
der Straße liegen“ (P. Marchart), erregten Argwohn. Alt-Sanaa
als Kamera-Land hingegen nicht. (Videoworkshop 08.-10.09.2006)
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