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Feedback aus dem Yemen-Observer vom 28.07.2005 

05.-19.September: Straßenkunst / Les Arts de la Rue.

Deutsch-französische Kultur-Kooperation in Drittstaaten. Ein Projekt der deutschen und französischen Botschaft am Deutschen Haus.

Drei plus trois plus ashra = ? -  Drei französische und drei deutsche Straßenkünstler trafen auf zehn Jemeniten und übten sich im Jonglieren, Jonglieren mit Feuerkegeln, Einradfahren, Taschenzaubern und Stelzenlaufen. Mehr als fünfzehn Personen, tagtäglich im Hof, im Saal, auf dem Dach, im Garten und hinter dem Gebäude im Deutschen Haus, und jede Menge praktischer Fragen. Um die Meute im Zaum zu halten, wurde eine Praktikantin des Deutschen Hauses, Kira Falter, eigens an exponiert wichtiger Position bereitgestellt, um alle Herzenswünsche zu erfüllen, den Einlass zu kontrollieren, die Ausweiskarten zu gestalten, mit anzupacken und nicht zuletzt auch während der Show mitzuwirken. Besonders knifflig die Überzeugungsarbeit: anders als bei der Pressekonferenz, als Journalisten noch zu befürchten hatten, ob sie nicht gleich als Ziegen den Saal des Deutschen Hauses zu verlassen hätten (im Spaß). Nein, hier ging es um viel ernstere Fragen: ob man denn versichert sei bei Brandschäden, wer denn für die Verletzungen aufkäme, die man zu erleiden hätte, usw. Aber das Deutsche Haus verfügt über einen Erste-Hilfe-Kasten, und ähnlich wie bei der traditionellen Haltung zu Schwarzer Magie (als Zeug des Teufels), die von den Teilnehmer mit rationalem Verstand und präziser Analyse schnell durchbrochen war, war auch die Ehrfurcht vor akrobatischen Schwüngen schnell verblichen: tu nichts, was Du Dir nicht zutraust. Einradfahren musste der in der Hongkonger Provinz lebende Francois Zanini denn auch alleine, alle anderen Zünfte aber wurden gewagt, wenn auch teils mit doppeltem Boden. Angesichts der kurzen Trainingsphase wenig Wunder: auch die Frage der Disziplin brachte die Workshop-Leiter, die in der Regel selbst zahlende, fordernde Teilnehmerkreise gewohnt sind, mitunter an ihre Grenzen. Zum Glück schweißten die Freizeitveranstaltungen die Truppe dann immer wieder zusammen: der gemeinsame Besuch in einem Selta-Restaurant am Qa’a, die (viiiel zu lange) Wanderung bis ans Ende des Wadi Dhar. Ein wenig sportlicher Ehrgeiz musste sein: die Show am Ende des Workshops überzeugte schließlich, nachdem die Straßenparade vom Deutschen Haus zum Französischen Kulturzentrum am Vortag das erste Lampenfieber genommen hatte. Vor allem das gewonnene Selbstbewusstsein, mit dem die Teilnehmer teils sogar übermütig wurden, reute rückblickend keine Mühe: die Workshopteilnehmer, Söhne aus gutem Hause allesamt, stellten sich auf den Marktplatz und begeisterten ein überwiegend aus „fahrend Volk“ bestehendes Durchschnittspublikum. Ein Lehrstück - auch sozialpolitisch?