Al Qa`a      

Ein Blick in ein typisches Hofhaus

Die traditionellen Häuser in Al-Qa’a sind in der Regel nicht höher als 9 Meter ab Grund, meist zweigeschossig. Man sagt von den Häusern, sie seien unterkellert und teils mit Geheimgängen verbunden, oftmals öffnet sich die Türe nach unten. Eine Vielzahl von Nischen und Depots und Kästchen sind in die Wände eingelassen.

Durch ein schmuckloses Treppenhaus tritt man in den Wohnbereich, und sobald man den Innenhof betritt, öffnet sich der Blick auf das Innenleben. Ein Hof mit einer Öffnung zum Himmel hin, von dem seitlich die einzelnen Zimmer abgehen. Die Innenfassaden sind entweder in Naturstein belassen oder mit Quss, der jemenitischen Kalkart, übermalt. Die Innenseiten können von gleicher Höhe sein, oder variieren je nach Charakter des dahinterliegenden Raumes. Die Innenhöfe dienten überwiegend der Produktion von Gütern.

Die meisten Häuser sind mit ihrem eigenen Brunnen ausgerüstet mit einer Tiefe angeblich bis zu 700 Metern (!).

Angaben zu kultischen Eigenheiten der Häuser in Al-Qa’a sind divers. So gehen Architekturkenner von Schmuckwänden mit kultischen Darstellungen aus und sehen Wandnischen eine kultische Zweckbestimmung an. Auch die Öffnungen in den Zimmerdecken, die einmal pro Jahr erneuert wurden, erlaubten Rückschlüsse auf jüdische Riten. Die Steinaufbauten in den Küchen könnten dem rituellen Schlachten gedient haben. Insgesamt lässt der Interpretationsspielraum aber auch Raum für maßlose Übertreibungen: die Holzarbeiten beispielsweise dürften in der Regel nicht älter als 30-40 Jahre sein und keineswegs salomonische Muster tragen. Als gesichert gilt die hohe Wohnqualität dieser Hofhäuser, ihr einfacher Charme und der angenehme, warme Charakter wie die Ruhe, die in ihren Innenhöfen vorherrschen.
 

 


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