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Al Qa`a
Europäische
Quellen mit der Erwähnung urban-historischer Details :
1.)
Carsten
Niebuhr 1774:
„Die Juden wohnen nicht in Sana, sondern in einem nahe gelegenen
großen Dorf namens Káa el Jhûd. Man schätzt ihre Zahl auf
zweitausend. Obwohl sie gute Handwerker sind, behandelt man sie
hier verächtlicher als in der Türkei. Früher kam es vor, dass
ihre Synagogen niedergebrannt und alle Häuser geschleift wurden,
die höher als 14 Ellen waren. Jetzt lässt man sie in Ruhe. Wir
hätten gern von den Juden Branntwein und Wein geholt, wagten es
aber nicht, ihr Dorf zu betreten.“
[Niebuhr, Carsten (1983/1774) Entdeckungen im Orient. Reise
nach Arabien und anderen Ländern 1761 – 1767.
Stuttgart: Erdmann-Thienemann, 103]
2.) Walter
Harris 1893:
„The population of
Sanaa (…) probably numbers some forty to fifty thousand people,
of whom twenty thousand are said to be Jews. These (…) have a
quarter entirely to themselves; and although many hire shops in
the bazaars, and are daily engaged in the town (…) at night
retire to the ghetto, with the exception of a few who are
servants, and who sleep in their masters’ houses (…) The
ghetto is quite separate from the Arab city. The houses are
built almost entirely of mud-bricks, but look clean and
comfortable, though the habit of throwing all their refuse into
the streets is by no means a pleasant one for the passer-by.
However, in this they are little worse, if at all, than the
Arabs (…) There are said to be more than twenty synagogues in
the Jews’ quarter, and over seven hundred boys attending the
schools. The whole male population is supposed to be able to
read…”
[Harris, Walter
(1985/1893) A Journey through the Yemen and Some General Remarks
upon that Country. London: Darf, 312f.]
3.)
Hans
Helfritz 1933:
„Der Südaraber sieht in dem Juden einen Menschen
minderen Grades und achtet ihn gering, obwohl beide dem
semitischen Stamm angehören. Daher war der Jude im Jemen in
seinen Rechten stark beschränkt und strengen Vorschriften
unterworfen. Anscheinend wollte man ihn nicht hochkommen lassen
(...) Im Ghetto, der „Ka’a el Jahud“ (Stadt der Juden), dürfen
die Häuser höchstens zwei Stockwerke hoch sein, und auch die
Synagogen dürfen sich äußerlich in nichts von den Wohnhäusern
unterscheiden. Daher machen die Straßen des Ghettos im Gegensatz
zur Araberstadt einen unansehnlichen und gleichförmigen
Eindruck. Aber im Innern sind die Häuser sehr sauber gehalten.“
[Helfritz, Hans (1977) Entdeckungsreisen in
Süd-Arabien. Auf unbekannten Wegen durch Hadramaut und Jemen
(1933 und 1935). Köln: DuMont, 150]
4.)
Michael Roes
1995:
„Bis zur revolution
liegt al-Qa’ im äuszersten südwesten der stadt, zwar innerhalb
der erweiterten stadtmauer, doch zusammengedrängt und von einer
eigenen mauer umgeben wie eine stadt in der stadt. Die gassen
sind schmaler, die häuser schlichter und, vor allem, niedriger
als die muslimischen wohntürme in der östlichen altstadt. Die
juden Sana’as dürfen nach einer verordnung des Imam al-Mahdi
al-Abbas ihre häuser nicht höher als neuen meter bauen. Deshalb
sind die ehemaligen jüdischen häuser, im unterschied zu dem
muslimischen, unterkellert. Die häuser sind eng aneinander
gebaut. Grosze gärten und plätze fehlen in diesem teil der
stadt. Auch das innere der schlichten lehmbauten ist eher
verschachtelt als klar gegliedert (...) Die jüdischen häuser
sind in die tiefe gebaut und oft mit den nachbarhäusern
verbunden. Die abweisenden häuserfronten mit kleinen, leicht zu
verbarrikadierenden türen und winzigen fenstern zur gasse hin
spiegeln das verhältnis der bewohner zur offenbar als bedrohlich
empfundenen auszenwelt wider.“
[Roes,
Michael (1996) Rub’ al-Khali. Leeres
Viertel. Invention über das Spiel. Frankfurt/Main:
Gatza/Eichborn; 281f.]
Diese Quellen sind trotz recht guter – gemessen
an einem Zeitraum von über 200 Jahren überraschend ähnlicher -
Darstellungsqualität zeitlich wie textlich klar markiert. Die
Diskussion um den Objektivitätsgrad von Beobachtungen ist nicht
neu - generell spiegeln historische Reiseberichte die
Subjektivität des Verfassers
wider.
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