Persepolis

Ein kleines Mädchen, das auftritt wie eine Prinzessin, und das ebenso neugierig wie nachdenklich ist, mit einem ausgeprägt starken Willen: Das ist die Hauptfigur in "Persepolis", trotzig, mutig, altklug – und einfach liebenswert. Und diese Comic-Figur ist keine frei erfundene Märchengestalt, sondern das Alter Ego ihrer 1969 im Iran geborenen Autorin Marjane Satrapi. Ihr Kindheits-Ich erzählt in einer naiv-ernsthaften Weise von den politischen Umbrüchen und moralischen Herausforderungen in ihrem Land nach dem Sturz des Schah-Regimes. Die einfachen, anrührenden Schwarzweiß-Zeichnungen vermitteln in ihrer Klarheit auch ohne viele Worte ein Gefühl für den zeitlichen Hintergrund des Geschehens. Wie ihre Erfinderin, so ist auch die Comic-Figur hin- und hergerissen zwischen religiöser Überzeugung auf der einen und politischer Emanzipation auf der anderen Seite. "Mir ist es wichtig zu zeigen, dass man die Menschen ebenso wenig in Gut und Böse aufteilen kann, wie die Welt in Okzident und Orient", sagt Marjane Satrapi. Sie versucht, die große Geschichte der politischen Revolution im Iran anhand kleiner Episoden zu erzählen. Zum Beispiel: Die Einführung des staatlichen Kopftuchzwanges. In den Zeichnungen wird deutlich, wie schwierig es für den westlichen Betrachter ist, unter dem Kopftuch individülle Züge zu entdecken. Der Schleier scheint aus unserer Perspektive seine Trägerinnen zu einer fanatisierten Masse zu machen, obwohl doch ganz und gar unterschiedliche Köpfe darunter stecken. "Persepolis", sagt Marjane Satrapi, habe sie ganz bewusst als Comic in einem einfachen, allgemeinverständlichen Stil angelegt, damit es von Erwachsenen als auch von Kindern gleichermaßen verstanden werden kann.

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